Wertfreiheit & Kommunikation
Aktualisiert: 22. Apr.
Dieser Abschnitt ist zentral für die STW SoulReading® Ausbildung, weil er zwei Kernfähigkeiten beschreibt, von denen die gesamte Praxis abhängt: innere Haltung und Kommunikation.
Zum einen geht es um die Einstellung. Wenn du mit Bewertungen, Erwartungen oder persönlichen Filtern auf das „Gesehene“ schaust, verfälschst du automatisch deine Wahrnehmung. „Wertfrei werden“ bedeutet hier nicht, keine Meinung mehr zu haben, sondern sie bewusst zurückzustellen, damit du klarer wahrnehmen kannst. Je wertfreier deine innere Haltung, desto weniger projizierst du – und desto „reiner“ wird das, was du wahrnimmst.
Zum anderen geht es um die Art, wie du kommunizierst. Selbst wenn deine Wahrnehmung klar ist, entscheidet deine Sprache darüber, wie hilfreich sie für andere ist. Eine wertfreie, achtsame Kommunikation sorgt dafür, dass das Gegenüber sich nicht bewertet oder beeinflusst fühlt, sondern Raum bekommt, eigene Erkenntnisse zu entwickeln.
Der „Spiegel“ ist hier ein Bild: Du spiegelst deinem Gegenüber etwas zurück. Ist der Spiegel verzerrt (durch Bewertungen), entsteht ein falsches Bild. Ist er klar, kann echte Selbsterkenntnis entstehen.
Die Aussage „Diese Klarheit gilt es zu …“ würde man sinnvoll so weiterführen:
… kultivieren und stabilisieren, damit sie auch in herausfordernden Situationen bestehen bleibt
… bewusst zu trainieren, z. B. durch Selbstreflexion und Praxis
… verantwortungsvoll einzusetzen, da deine Worte Wirkung haben
Kurz gesagt: Ohne diese Klarheit und Wertfreiheit verlierst du die Grundlage der Methode – mit ihr entsteht die eigentliche Qualität deiner Arbeit.
Unterschied zwischen "wertfrei" und "neutral":
„Neutral“ wird oft so verstanden: eine Art Abstand, Zurückhaltung oder sogar Leere. Man hält sich raus, bewertet nicht – aber bleibt auch emotional eher auf Distanz. Das kann hilfreich sein, wenn es darum geht, nicht zu reagieren oder sich nicht hineinziehen zu lassen. Gleichzeitig kann es aber kühl wirken oder den Kontakt abschwächen.
„Wertfrei“ geht einen Schritt weiter: Hier verzichtest du bewusst auf Bewertung (kein richtig/falsch, kein gut/schlecht), bleibst aber innerlich verbunden. Es schließt Mitgefühl, Präsenz und echtes Interesse ein. Du bist also nicht distanziert, sondern offen und zugewandt – ohne zu urteilen.
Man könnte es so formulieren:
Neutral = „Ich halte Abstand und bewerte nicht.“
Wertfrei = „Ich bewerte nicht – und ich bin gleichzeitig präsent, offen und mitfühlend.“
Gerade im Kontext von SoulReading (oder generell in begleitender Arbeit mit Menschen) ist „wertfrei“ oft die tragendere Haltung, weil sie zwei Dinge verbindet:
Klarheit (keine Projektionen, keine Bewertungen)
Verbindung (Mitgefühl, echtes Wahrnehmen)
Ein mögliches Bild dazu:Neutralität ist wie ein klarer, aber kühler Raum. Wertfreiheit ist wie ein klarer Raum, der gleichzeitig warm und einladend ist.
In diesem Abschnitt schauen wir auf SoulReading ebene auf diese Themen - gleichzeitig ist es die Verbindung - die Schnittstelle von SoulReading Ebene & Persönlichkeitsebene - Kommunikation.
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